Gleich zwei hohe Auszeichnungen

Klimaschutz-Plus-Stiftung kämpft gegen Papp-Kaffeebecher – Zweites „Stromspar-Bürger-Kraftwerk“

Seit sechs Jahren setzt sich die mittlerweile von über 3000 Bürgern getragene Klimaschutz-Plus-Stiftung mit verschiedenen Projekten für die Umsetzung dezentraler Ökostrom-Kraftwerke und Energieeinsparprojekte ein. Deren Erträge dienen, so Stiftungsmitinitiator Peter Kolbe, „vollständig der Förderung ökologischer und sozialer Projekte“. Riesengroß war nun die Freude in den Stiftungsreihen, als man gemeinsam mit der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (KliBA) für das 2014 begonnene Projekt „Climate Fair To Go“ mit dem Qualitätssiegel „Werkstatt-N“ des Rates für Nachhaltige Entwicklung ausgezeichnet wurde.

Bei diesem Projekt mit im Boot waren das Café Florian Steiner, der Fair & Quer Biomarkt und der Backshop Kettner. Ziel der Projektpartner ist es laut Kolbe, „das Problem der wachsenden Müllberge durch Einwegbecher und die daraus resultierenden Klima- und Umweltkosten an der Wurzel zu packen“. Derzeit würden diese Kosten „rücksichtslos der Gemeinschaft und den kommenden Generationen aufgebürdet, da sie bei der Preiskalkulation außen vor gelassen werden“. Kunden, die weiterhin den Papierbecher vorziehen, anstatt einen angebotenen Mehrwegbecher zu nutzen, erhielten die Möglichkeit, „die im Preis fehlenden Umweltfolgekosten mit einer Spende von zehn Cent in den Heidelberger Nachhaltigkeitsfonds zu übernehmen, statt diese an die Allgemeinheit weiterzureichen“.

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Im Fair & Quer-Biomarkt in Wieblingen wurde die alte Beleuchtung durch insgesamt 193 LED-Leuchten ersetzt. Foto: Popanda

Zum „Werkstatt-N“-Siegel gesellte sich für die Stiftung ein weiteres, und zwar für das Projekt „Lokale Solidarstrom-Angebote“. „Die Anerkennung ihres Engagements als Wegbereiter in eine nachhaltige Gesellschaft ist für alle Partner eine große Freude“, bilanzierte KliBA-Geschäftsführer Klaus Keßler. Der Erlös aus dem Solidarstrom-Projekt fließt in einen von der Stiftung treuhänderisch verwalteten lokalen Nachhaltigkeitsfonds. Danach würden die Fondsmittel zu 100 Prozent zur Finanzierung dezentraler, regionaler und lokaler Ökostromkraftwerke und Energieeinspar-Projekte eingesetzt.

Aus diesen und anderen Stiftungstöpfen kamen im vergangenen Jahr alles in allem 13 200 Euro an Fördermitteln zusammen. Die Stiftung feierte außerdem den Start des zweiten sogenannten „Heidelberger Stromspar-Bürger-Kraftwerks“. Dafür wurde die alte Beleuchtung im Fair & Quer-Biomarkt in Wieblingen durch insgesamt 193 LED-Leuchten ersetzt. Die Kosten von insgesamt 20 000 Euro trug die Energiegenossenschaft. Laut Kolbe ermöglicht dieser Austausch „in Kombination mit einem optimierten Beleuchtungskonzept eine jährliche Stromeinsparung von rund 40 000 Kilowattstunden“. (pop)

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© RNZ, Region Heidelberg vom Dienstag, 16. Februar 2016, Seite 38


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