Hallenbadsanierung wird erneut verschoben

Seit Jahren wird die Maßnahme angekündigt – Jetzt wird nochmals ein Jahr ins Land ziehen – KliBA mit im Boot

Dossenheim. „Die Ausschreibungen sollen bis Ende 2017 abgeschlossen sein, sodass wir dann 2018 beginnen können“, sagte Fachbereichsleiter Jörg Ullrich mit leicht gedämpfter Stimme. Im Technischen Ausschuss ging es darum, ob die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur – kurz KliBA – mit der Projektkoordination der Hallenbadsanierung beauftragt werden soll. Die Bergstraßengemeinde ist Gründungsmitglied der Agentur, da liegt es nahe, dass die KliBA bei einer so umfassenden Maßnahme mit ins Boot genommen wird. Folgerichtig nahmen die Ausschussmitglieder das vorgelegte Angebot an. Insgesamt geht es dabei jedoch um mehr als nur um das Hallenbadgebäude. Nebeneffekt: Die Badsanierung wird mal wieder verschoben.

Was die KliBA zu koordinieren hat? Es geht um die neu zu konzipierende Nahwärmeversorgung im Schul- und Sportzentrum. Es sei der vorhandene Erdgas-Spitzenkessel zu verlagern, die Heizzentrale der Kurpfalzschule sei neu aufzustellen und Nahwärmeleitungen seien altersbedingt eventuell zu erneuern. Außerdem soll der Gebäudeteil, in dem die Sauna betrieben wird, künftig eigenständig versorgt werden. Die Umsetzung all dieser Punkte erfordert ein aufeinander abgestimmtes Vorgehen. Die KliBA tritt hier als Koordinator auf. Oder wie es in der Sitzungsunterlage heißt: Sie kümmert sich um die „Abstimmung der einzelnen Schnittstellen mit den zuständigen Fachingenieuren“. Das betrifft auch den zeitlichen Ablauf.

Zu guter Letzt legt sich das Auslaufen des Energieliefervertrags für das Schul- und Sportzentrum darüber. Die KliBA bereitet die notwendig durchzuführende Ausschreibung dazu vor.

Thomas Katlun (Grüne) freute sich, als KliBA-Mitarbeiter Andreas Kummer vom „ganzheitlichen Konzept“ gesprochen hatte. Ein Anspruch, den die Grünen stets gern erheben. „Machen wir jetzt die nächste Baustelle auf“, sorgte sich Katlun dennoch um das zeitliche Vorankommen und erkundigte sich zugleich nach der Nutzerbefragung. Die habe er vom Fachbereich „Bürgerdienste“ heute zur Feinabstimmung auf den Tisch bekommen und werde demnächst veröffentlicht, sagte Jörg Ullrich. Im Hallenbad selbst und in den Gemeindenachrichten wolle man die Nutzer zur Meinungsäußerung aufrufen. Auf der Gemeindehomepage ist der Aufruf schon nachzulesen.

Das Päckchen ist komplex. Thomas Katluns Frage nach dem Zeitplan wundert daher nicht. Und auch nicht Jörg Ullrichs fast geflüsterte Antwort darauf. Tatsächlich wird schon seit einigen Jahren die Sanierung Jahr um Jahr aufs Neue angekündigt. Jetzt werden nochmals mindestens zwölf Monate ins Land ziehen, bis das über 40 Jahre alte Bad zur Baustelle werden wird. Von Doris Weber

Region Heidelberg vom Dienstag, 21. Februar 2017, Seite 5

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