Gemeinde kann noch viel mehr Energie sparen

KliBA stellt morgen Konzept für Klimaschutz vor

Edingen-Neckarhausen. (joho) Nach Bewilligung von Fördermitteln hatte der Gemeinderat im Juli 2015 beschlossen, die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur (KliBA) mit der Ausarbeitung eines Klimaschutzkonzeptes zu beauftragen. Die Arbeiten hatten sich zunächst verzögert, das Konzept soll nun den Bürgern bei der ersten Klimaschutzwerkstatt in Edingen-Neckarhausen am morgigen Mittwoch, 24. Mai, um 19 Uhr im Schloss vorgestellt werden.

Im Vorfeld präsentierte Peter Kolbe von der KliBA in Heidelberg dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung den aktuell verfügbaren Stand der Ergebnisse aus dem Jahr 2014 sowie die bisher erarbeitete Liste der Vorschläge.

Die Ausbeutung natürlicher Ressourcen und die Schadstoffbelastung der Umwelt haben mit der industriellen Revolution begonnen, so Kolbe. Heute seien in der Neckargemeinde private Haushalte (35 Prozent) und der Verkehr (34) für den höchsten Energieverbrauch verantwortlich. Insgesamt sei der Energieverbrauch von 2010 bis 2014 aber um acht Prozent zurückgegangen und liege bei den Privathaushalten etwas unter dem Bundesdurchschnitt.

Es sei möglich, den Energieverbrauch um 20 Prozent und die CO2-Emissionen um bis 40 Prozent zu verringern, so Kolbe. Bei der lokalen Wärme- und Stromerzeugung sei noch sehr viel Luft nach oben, so blieben etwa bei Solarthermie und Photovoltaik bislang 98 beziehungsweise 87 Prozent des Potentials ungenutzt.

Als geeignete Strategien schlug Kolbe zunächst vor, unter Beteiligung der Bürger ein Klima-Leitbild mit anvisierten Reduktions- und Einsparzielen zu erstellen. Die Ziele sollten in einem Kommunikationskonzept „Klimaschutz“ mit Logo und Motto vermittelt werden. Zudem schlägt er unter anderem das Ausschreiben eines Klimaschutzpreises, eine Klimaschutzwerkstatt und eine eigene Stabsstelle Klimaschutz vor. „Klimafair“ sollte künftig auch der Fuhrpark der Gemeindeverwaltung unterwegs sein und der Ökostrom mehr in den Fokus gerückt werden. Alle Fraktionen befürworteten das Konzept, CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Grabinger bemängelte aber das „alte“ Zahlenmaterial aus 2014. Thomas Zachler (SPD) zeigte sich vor allem vom Energiesparpotential beeindruckt.

Das Konzept soll nach der Klimaschutzwerkstatt ergänzt und in der Gemeinderatssitzung am 17. Juli beschlossen werden.

© Rhein­Neckar­Zeitung, Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Dienstag, 23. Mai 2017, Seite 6

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