Zum Strom sparen in die Bibliothek

Strommessgeräte können ab sofort ausgeliehen werden

Eppelheim. Schon mal nachgezählt, wie viele Elektrogeräte sich daheim im Stand-by-Modus befinden? Die also zwar nicht angeschaltet sind, aber auch nicht richtig ausgeschaltet und gewissermaßen im Leerlauf vor sich hin dümpeln. Wie bitte, solche Geräte verbrauchen doch praktisch keinen Strom? Von wegen, erklärt Klaus Keßler, Geschäftsführer der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis (KliBA).

Um dies zu begründen, hatte er in die Stadtbibliothek einen, wie er sagte, „klassischen Router“ mitgebracht, der seinen Strom über einen Trafo bezieht. War der Router eingeschaltet, zeigte ein Strommessgerät einen Verbrauch von um die fünf Watt an. War der Router ausgeschaltet, verbrauchte aber allein der weiterhin an der Steckdose hängende Trafo sage und schreibe 1,5 Watt.

Bliebe es bundesweit bei diesem einen Trafo, wäre das mit Blick auf Klimaschutz und Stromverbrauch eine absolut zu vernachlässigende Petitesse. Es bleibt aber keineswegs bei diesem einen Trafo, vielmehr entspricht der Stromverbrauch aller derart sinnlos Strom verbrauchenden Elektrogeräte laut Klaus Keßler in etwa dem jährlichen Stromverbrauch einer Großstadt wie Berlin.

Folglich würde zum einen aufgrund von Leerlaufverlusten Jahr für Jahr Strom in einer Größenordnung von fünf bis sechs Milliarden Euro verschwendet. An dieser Summe ist der Trafo mit beachtlichen 70 bis 80 Euro beteiligt. Zum anderen würden auf diese Weise geschätzt 12 Millionen Tonnen Kohlendioxid freigesetzt, ein Treibhausgas, das bekanntlich zu den Hauptverursachern der weltweiten Klimaveränderungen gerechnet wird.

Dabei seien, so Klaus Keßler weiter, die elektrischen Geräte in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich energieeffizienter geworden. Allerdings sinke der Energieverbrauch in ganz Deutschland nicht in gleichem Maße. Daher sei die Frage, woher die Energie bezogen werde, weniger wichtig als die Frage nach der Verwendung der Energie.

Jedenfalls können jetzt alle Nutzer der Stadtbibliothek vier hochwertige Strommessgeräte kostenlos ausleihen. Zunächst für zwei Wochen, Verlängerungen sind jedoch möglich. Außerdem gibt es laut der Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett hier auch jede Menge Medien zu den Themen Nachhaltigkeit, Stromverbrauch und regenerative Energien.

Für Bürgermeister Dieter Mörlein, der für die bisherige kommunale Zusammenarbeit mit der KliBA ausschließlich Lobesworte fand, steht außer Frage, dass die Messgeräte intensiv genutzt werden sollten. Schließlich sei es ein Unding, wenn jedes Jahr der in zwei Kernkraftwerken produzierte Strom im Grunde für Nichts und wieder Nichts vergeudet werde. (v. Werner Popanda)

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Bild (KliBA): v.l. Dr. Klaus Keßler (KliBA), Bürgermeister Dieter Möhrlein und Bibliotheksleiterin Elisabeth Klett

Region Heidelberg vom Donnerstag, 29. September 2016, Seite 58 (2 Views)

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