Erstes Heidelberger Bürger-Stromsparkraftwerk

Klimaschutz+ Energiegenossenschaft optimiert Beleuchtung in Heidelberger Kaffeehaus

(Heidelberg, 23. Juli 2013) Florian Steiner, Deutscher Kaffeeröstmeister 2009, schwärmt: „In meinem Café vermeiden wir in Zukunft jährlich über 3 Tonnen CO2 pro Jahr, indem wir dank neuer Leuchten und LED-Lampen dauerhaft über 30% des Gesamtstromverbrauchs und der entsprechenden Stromkosten einsparen.“

Die Klimaschutz+ Energiegenossenschaft realisierte in Kooperation mit der von Heidelberger Bürgern 2010 gegründeten Klimaschutz+ Stiftung in seinem Café die Umstellung auf neue hocheffiziente LED-Beleuchtung, inklusive teilweiser Erneuerung der vorhandenen Leuchten. In den ersten zwei Jahren dienen rund 60% der eingesparten Stromkosten zur Refinanzierung der, seitens der Genossenschaft getätigten Investition, während rund 40% der Kosteneinsparung in dieser Zeit direkt dem Kaffeehaus zugutekommen. Erwirtschaftete Erträge werden dabei jährlich unter Beteiligung der Mitstifter, über die Klimaschutz+ Stiftung vollständig an gemeinnützige Projekte ausgeschüttet. „Für mich gar keine Frage, dass ich bei der tollen Beratung und Betreuung gerne dazu bereit bin, 10 Jahre lang, jeweils ein Zehntel der eingesparten Stromkosten in den „Klimaschutz+ Stiftungstopf 100% Klimaschutz in Heidelberg“ einzuzahlen. So können in Heidelberg weitere Contractingprojekte finanziert und gemeinnützige Projekte gefördert werden“, ergänzt Kaffeeröster Steiner.

Die Idee zu diesem Projekt entstand im Rahmen des Heidelberger Masterplans „100% Klimaschutz“, der vom Heidelberger Institut für Energie und Umweltforschung (IFEU) wissenschaftlich begleitet wird. „Wir haben uns gefragt: Wenn von Bürgern gegründete Energiegenossenschaften Solaranlagen realisieren können, warum nicht auch für die Energiewende ebenso wichtige Einsparprojekte?“ sagt Martin Pehnt, Energieexperte des Instituts. „Dies ist bundesweit das erste Projekt, in dem LED-Beleuchtung aus Bürgergeld finanziert wird.“

Das Besondere am Heidelberger Modell ist das Ziel der Heidelberger Akteure Klimaschutz+ Stiftung und Klimaschutz+ Energiegenossenschaft, die im Rahmen der Energiewende notwendigen Investitionen in klimaschützende Ökostrom- und Energieeinsparprojekte mit der langfristigen Förderung gemeinnützigen bürgerschaftlichen Engagements zu verbinden.

Bild: Kooperationspartner des Energieeffizienzprojektes: Dr. Martin Pehnt (ifeu), Peter Kolbe (Klimaschutz+ Stiftung und Genossenschaft), Florian Steiner (Cafe Steiner), Dr. Hans-Wolf Zirkwitz (Leiter des Heidelberger Amtes für Umwelt und Energie), Dr Klaus Keßler (KliBA), © Udo Lambrecht

In Kooperation mit der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg - Rhein-Neckar-Kreis und dem IFEU-Institut wurde an Hand des Pilotprojekts „Beleuchtungscontracting Kaffee Steiner“ das notwendige Instrumentarium entwickelt, um gemeinsam mit dem örtlichen Handwerk die vielfach vorhandenen Einsparmöglichkeiten erschließen zu können.

„Vielfach fehlt Zeit und Initiative und/oder das Geld, um vorhandene Einsparmöglichkeiten auszuschöpfen“, sagt Peter Kolbe, Gründer der Klimaschutz+ Stiftung. Pehnt ergänzt: „Mit dem Modell des Heidelberger-Stromsparkraftwerk wollen wir dies ändern. Denn auch ohne staatliche Fördermittel rechnen sich viele Maßnahmen zu Energieeinsparung; Genossenschaften können hier ideale Akteure sein, die aus einer Hand Ideen, Know-How und Kapital dazu bereitstellen stellen können.“

„Im Rahmen des Masterplans „100 Prozent Klimaschutz“ entwickelt die Stadt Heidelberg gemeinsam mit einem breiten Bündnis von Akteuren Maßnahmen, um den Energieverbrauch bis zum Jahr 2050 um 50% zu reduzieren und den Rest überwiegend aus erneuerbaren Energiequellen zu decken. Dabei kommt es darauf an, dass die Bürger/innen und Firmen die wirtschaftlichen Energiesparmöglichkeiten nutzen. Gleichzeitig gilt es Energieeffizienz-Dienstleistungen als Geschäftsmodell zu etablieren. Beides verbindet das LED-Beleuchtungsprojekt hervorragend“, so Dr. Hans-Wolf Zirkwitz, Leiter des Amtes für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie.

Die Klimaschutz+ Stiftung wurde am 10.10.2010 von Heidelberger Bürgern gegründet. Bis heute haben sich rund 500 Bürger an der Initiative beteiligt, deren Ziel darin besteht die eingesetzten Stiftungsmittel, im ersten Schritt vollständig in Erneuerbare Energien und Energieeffizienzprojekte zu investieren und im zweiten Schritt zusammen mit den erwirtschafteten Gewinne vollständig an gemeinnützige Initiativen bürgerschaftlichen Engagements auszuschütten. Bisher wurden in Kooperation mit der Klimaschutz+ Energiegenossenschaft drei Sonnenstromkraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 150 kWp installiert und rund 7.800 Euro an gemeinnützige Projekte ausgeschüttet. Mit dem „Beleuchtungs-Contracting“ im Cafe Steiner realisiert die Genossenschaft ihr erstes „NEGA-Watt-Kraftwerk“ mit dem Ziel, dass diesem Projekt weitere folgen und es zugleich für andere Genossenschaften als Modell und Anregung dient.

Ihre Ansprechpartner für weitere Informationen:

Peter Kolbe Vorstand Klimaschutz+ Stiftung Tel.: (06221) 99 875 24 p.kolbe@klimaschutzplus.org

Dr. Martin Pehnt, IFEU-Institut Tel.: (06221) 4767-36 martin.pehnt@ifeu.de

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