Niedrigster Verbrauch seit 1997

Jahresenergiebericht 2014 freut Gemeinderäte

Heddesheim: Diese Abfolge war geschickt: Noch bevor der Heddesheimer Gemeinderat gestern Abend das Klimaschutzkonzept beriet, stellte der jüngste Jahresenergiebericht klar: Die Gemeinde selbst geht hier mit gutem Beispiel voran.

Seit 2001 führt Heddesheim in Zusammenarbeit mit der KliBA ein Energiecontrolling für zwölf kommunale Liegenschaften durch. Erfasst und ausgewertet werden die Verbräuche sogar ab dem Jahr 1997. Seither wurde der Gesamtenergieverbrauch um rund ein Drittel gesenkt. 2014 war nun das Jahr mit dem niedrigsten Wert (5675 MWh) seit Beginn dieser Aufzeichnung. Das schlägt sich auch in den CO2-Emissionen nieder, die seit 1997 um 56 Prozent gesunken sind. Neben den niedrigeren Verbräuchen trägt dazu auch der Bezug von Ökostrom bei.

"Das ist ein positiver Energiebericht", resümierte KliBA-Fachmann Uwe Jung bei der Präsentation der Zahlen. Auch bei den Preisen hat die Gemeinde das in ihrer Macht Stehende getan und möglichst günstige Lieferverträge abgeschlossen. "Unsere Energiekosten lagen damit 2014 auf dem Niveau der Jahre 2005/2006", betonte Bürgermeister Michael Kessler. Deutlich zur Einsparung beigetragen hat die Umrüstung der Straßenbeleuchtung auf LED ab 2012: Seither konnten der Stromverbrauch hier um 52 Prozent und die Kosten um 49 Prozent gesenkt werden. Wann sich die LED-Investition rechnet, will die Verwaltung auf Bitte von Frank Hasselbring (FDP) in einer der nächsten Sitzungen nachlegen.

Interessant werden dürfte in den kommenden Jahren auch die Entwicklung bei der im Passivhausstandard errichteten Kinderkrippe. Wie Uwe Jung auf Nachfrage von Jürgen Merx (SPD) erklärte, hat das Gebäude im ersten Betriebsjahr etwa ein Drittel weniger Energie für Heizung und Warmwasser verbraucht als laut Energieausweis erwartet. Allerdings: Ein Jahr sage noch nicht viel - zumal nicht genug, um Aussagen zur Amortisation der 1,8 Millionen-Euro-Investition zu machen.

Unterm Strich erfreute der Energiebericht natürlich alle Räte. "Über die Zeit war die Zielrichtung richtig", sagte Dr. Josef Doll. "Höchst empfehlenswert auch für andere Kommunen", findet er das Controlling generell. "Heddesheim ist unsere Vorzeigegemeinde", lobte Jung an dieser Stelle die Unterstützung durch die Gemeinde: "Das ist in der Region außergewöhnlich."

Dass der Energiebericht einen Überblick darüber gibt, wie sich im Gemeinderat beschlossene Maßnahmen auf Verbrauch und Kosten auswirken, freute Jürgen Merx (SPD). Günther Heinisch nannte das Werk "ein starkes Signal an die Bevölkerung". Der 70-prozentige Anteil von Erdgas am Gesamtenergieverbrauch berge jedoch noch Verbesserungspotenzial. (von Anja Görlitz)

© Mannheimer Morgen, Freitag, 31.07.2015

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