Viele Aktionen sollen den Klimaschutz voranbringen

Malschs Klimawerkstatt zieht positive Bilanz des abgelaufenen Jahres und kündigt weitere Projekte an – Viel Lob im Gemeinderat

Malsch. (oé) Die „Klimawerkstatt“ der Gemeinde Malsch hat ein arbeitsreiches Jahr hinter sich. Das machte jetzt der Bericht deutlich, den Dr. Brigitta Martens-Aly, die Umweltbeauftragte des Gemeindeverwaltungsverbands, dem Gemeinderat erstattete. Ihr Fazit: Es hat sich inzwischen eine sehr stabile und arbeitsfähige Gruppe mit „guter Anbindung an den Gemeinderat“ gebildet, die durch eine ganze Reihe von Aktionen „in die Bürgerschaft hineinzuwirken“ bemüht ist.

Dabei ist man ganz augenscheinlich auf einem guten Weg, auch wenn die Resonanz auf das eine oder andere Angebot durchaus noch etwas größer hätte ausfallen dürfen. Das galt Dr. Martens-Aly zufolge etwa für die „tolle Radtour“ im Sommer, bei der man Ziele in der Region ansteuerte, die beispielhaft für den Klimaschutz sind. Auch bei einer Ausstellung zum Thema Stromsparen im Haushalt hätten durchaus noch ein paar Besucher mehr Platz im Rathaus gefunden.

Zu den weiteren Aktivitäten gehörten die Projekttage der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur (Kliba) an der Grundschule Malsch, eine Exkursion ins „Bruch“ zu einem Niedermoor (auch Moorschutz ist Klimaschutz, weil Moore CO2 binden) und die Kennzeichnung gemeindeeigener Obstbäume, die abgeerntet werden dürfen (die regionale Vermarktung von Obst ist ebenfalls ein Aspekt des Klimaschutzes). Brigitta Martens-Aly hofft, dass sich aus diesem Projekt vielleicht eine „Streuobstbörse“ entwickelt, an der sich auch private Eigentümer beteiligen, die ihre Obstbäume nicht selbst ernten können oder wollen.

Ein Thema ist auch die Förderung des Radverkehrs. Hier hat die Klimawerkstatt Radabstellbügel an der Reblandhalle installieren lassen (weitere Standorte in der Gemeinde sollen folgen), außerdem hat man von der Gemeinde Rauenberg Radboxen übernommen, die nun überholt werden und am Bahnhof aufgestellt werden sollen. Begrüßt wurden von Brigitta Martens-Aly auch die deutlichen Verbesserungen im Busverkehr, die Malsch inzwischen „praktisch den Halbstundentakt“ gebracht haben.

Auch im neuen Jahr hat sich die Klimawerkstatt einiges vorgenommen: So fördert die Gemeinde Wärmebilder von privaten Häusern (Anträge können noch bis Ende Januar gestellt werden), man denkt über die Einführung einer „Mitfahrerbank“ nach und will an der „Earth Hour“ am 25. März teilnehmen (um den Klimaschutz ins Bewusstsein zu rufen, sollen öffentliche und private Gebäude von 20.30 bis 21.30 Uhr verdunkelt werden). Schließlich will man sich an der „Energiekarawane“ in der Metropolregion beteiligen – für Betriebe im Gewerbegebiet Rot-Malsch, die dann eine „kostenlose Initialberatung“ in Sachen Energieeinsparung erhalten können. In einem Frühstück mit Bürgermeisterin Sibylle Würfel soll das Projekt vorbereitet werden. Der Termin für die Aktion selbst steht noch nicht fest.

In Malsch lag der Stromverbrauch 2016 der Umweltbeauftragten zufolge bei insgesamt 26 688 Megawattstunden. Davon entfielen zwei Drittel auf die Industrie. 4800 Megawattstunden verbrauchten die Malscher Haushalte. Von 2014 auf 2015 war der gesamte Stromverbrauch leicht rückläufig, der Anteil des von den Haushalten selbst erzeugten Stroms am Gesamtverbrauch stieg auf etwa zwölf Prozent.

In ihren Stellungnahmen zollten die Fraktionen dem Wirken des Arbeitskreises viel Lob, besonders galt dies für die Umweltbeauftragte Dr. Brigitta Martens-Aly, die nun bald in Ruhestand geht. Es sei gut, beim Klimaschutz „im Kleinen anzufangen“, meinte Konrad Fleckenstein von den Freien Wählern. Auch wenn die derzeit eher niedrigen Preise für fossile Energieträger die Rentabilität von Investitionen in alternative Energien nicht gerade erhöhe. Aber die Preise würden auch wieder steigen. Fleckenstein bat darum, aufzuzeigen, wie sich der Stromverbrauch der kommunalen Liegenschaften entwickle (auch wenn dieser nur zwei Prozent des Gesamtverbrauchs ausmache). Hier habe die Gemeinde nämlich eine „gewisse Vorbildfunktion“.

Auch CDU-Sprecher Robert Krippl sah die Gemeinde im Klimaschutz auf einem „richtigen und nachhaltigen Weg“, wies aber auch darauf hin, dass die Klimawerkstatt „offen für alle Bürger“ sei und weitere Mitglieder „sehr erwünscht“ seien. Einen persönlichen Dank richtete Krippl an Dr. Martens-Aly, die er „Motor der Klimawerkstatt“ nannte.

„Sie wird uns sicher sehr fehlen“, meinte auch Dr. Bettina Lieske (Grüne) mit Blick auf den baldigen Ruhestand der Umweltbeauftragten. Die Gemeinderätin lobte die enge Zusammenarbeit zwischen Gemeinderat und Klimawerkstatt. Dies sei sehr wichtig, weil die Klimawerkstatt das Klimaschutzkonzept der Gemeinde umsetze und damit eine kommunale Aufgabe wahrnehme. Für die Zukunft wünschte sich Bettina Lieske allerdings, dass die Klimawerkstatt bei Entscheidungen auf Gemeindeebene stärker einbezogen werde.

© Rhein­Neckar­Zeitung, Wieslocher Nachrichten - Walldorfer Rundschau vom Montag, 30. Januar 2017, Seite 5

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