Den Stromdieben auf der Spur

Klimaschutzberatung besuchte Norbert-Preiß-Schule – Stecker ziehen statt Stand-by

Mauer. Es lohnt sich, den heimlichen Energiefressern auf die Schliche zu kommen und einfach mal den Stecker zu ziehen. Denn Elektrogeräte, die auch von Kindern und Jugendlichen meist täglich genutzt werden, verbrauchen auch im Stand-by-Betrieb permanent Strom – und das nicht zu wenig. Allein in Baden-Württemberg würde der ständige Stand-by-Betrieb Verluste von rund 250 Millionen Euro generieren, ermittelte die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (Kliba) und klärt Kinder und Jugendliche darüber auf. Die Kliba führt seit 2010 das Projekt „Dem Stromklau ein Schnippchen“ schlagen an Schulen in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis durch. In diesem Jahr waren laut Kliba rund 90 Klassen mit dabei.

Auch die Norbert-Preiß-Schule beteiligte sich an dem Projekt, denn Schulleiterin Renate Menke war von dieser Stromspar-Aufklärungsinitiative gleich begeistert: „In unserer Natur-AG beschäftigen sich die Schüler mit verschiedenen Naturphänomenen und Umweltthemen“, erklärte Anita Menke. „So können sie im ,Kleinen’ an einfachen Alltagsbeispielen die Umweltprobleme und Zusammenhänge besser verstehen.“

Die Schüler der Natur-AG der dritten und vierten Klasse waren jedenfalls mit viel Eifer im praxisorientierten Unterricht dabei. Sie gingen gemeinsam mit ihrer AG-Leiterin Sonja Bletsch und Anita Köhler von der Kliba den Stromdieben auf die Spur. In zwei Unterrichtseinheiten sollen die Schüler lernen, ihren Alltag klimafreundlicher zu gestalten und ihre Erfahrungen aus dem Unterricht auch zu Hause weitergeben.

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Anita Köhler (l.), Umweltpädagogin bei der Kliba, AG-Leiterin Sonja Bletsch (Mitte) und Schulleiterin Renate Menke der Norbert-Preiß-Schule (r.) gingen mit den Schülern der Natur-AG auf Stromfresser-Suche. Foto: Trilsbach

Natürlich kam auch viel Experimentierfreude bei den jungen Forschern hinzu und der Werkraum verwandelte sich in eine Werkstatt für junge Stromspardetektive. Die AG-Kinder hatten von zu Hause ihre elektrischen Zahnbürsten, Handys oder Nintendos mitgebracht. Anita Köhler erklärte zunächst an praktischen Beispielen den Stromverbrauch in Watt und Kilowattstunde und verteilte Strommessgeräte.

Die Schüler ermittelten beim Messen, dass Ladegeräte allein im Stand-by-Modus beispielsweise bei Zahnbürsten 1,9 Watt oder Nintendo 3,9 Watt und beim Notebook sogar 19 Watt verbrauchen. Als Zusatzaufgabe für zu Hause teilte Anita Köhler Arbeitsblätter und Messgeräte aus. „Bitte macht den Elektrocheck in Abstimmung mit euren Eltern bei euch zu Hause und prüft, wie viel Watt Geräte im Stand-by-Betrieb verbrauchen“, lautete die Aufgabe.

In der zweiten Unterrichtseinheit wurden sodann die Ergebnisse besprochen. Dazu wurden Vergleiche angestellt und Zusammenhänge von Energieverbrauch und den klimatischen Auswirkungen verdeutlicht. ( Von Jutta Trilsbach)

Region Heidelberg vom Freitag, 18. Dezember 2015, Seite 4

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