Einsparziel: mindestens fünf Prozent

Bei Wärme, Strom und Wasser – Energiemanagement durch KliBA

Neckargemünd. (cm) Die Stadt will in den nächsten drei Jahren bei Wärme, Strom und Wasser für ihre eigenen Gebäude mindestens fünf Prozent einsparen. Dafür hat der Gemeinderat in seiner jüngsten öffentlichen Sitzung einstimmig die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur (KliBA) mit dem kommunalen Energiemanagement beauftragt.

Was sich dahinter verbirgt, erklärte KliBA-Geschäftsführer Klaus Keßler. Es gehe um eine kontinuierliche Analyse und Kontrolle der Energieverbräuche und Kosten, die oft mit geringen Investitionen um fünf bis zehn Prozent verringert werden könnten. Diese Erfahrungen habe man schon in anderen Kommunen wie Dossenheim gemacht. Um die Gebäude vergleichen und Ausreißer entdecken zu können, werde eine Verbrauchs- und Kostenübersicht mit Kennzahlen erstellt. Dies sei auch ein Beitrag zum Klimaschutzkonzept der Stadt. Die Kommune sei als Vorbild gefordert, die Bürger müssten mitgenommen werden.

Kommunales Energiemanagement sei eine Daueraufgabe. Am Anfang würden sich schnell Erfolge einstellen, aber man müsse es dauerhaft betreiben. Bestandteile seien neben Energiebericht und Energiecontrolling die Optimierung, Hausmeisterschulungen und das Einbeziehen der Nutzer, was oft das dickste Brett sei, das es zu bohren gelte, so Keßler. Der Energiebericht der Stadt (siehe Artikel rechts) werde als Grundlage genommen und verfeinert. Die Verbräuche würden monatlich erfasst, um bei Abweichungen sofort reagieren zu können.

Beispiele für Mehrverbräuche seien wegen eines Defekts dauernd laufende Toilettenspülungen und falsche Heizungseinstellungen. Außerdem werden die Anlagen und deren Einstellungen unter die Lupe genommen. Das Land fördere unter anderem die Anschaffung einer Software und fernauslesbare Zähler oder Zwischenzähler für mehrere Gebäude, die von einer Heizung versorgt werden. Keßler sagte, dass 45 städtische Gebäude rund 530 000 Euro Kosten für Wärme, Strom und Wasser verursachen.

Die Räte entschieden sich dafür, dass die KliBA nicht nur die 22 größten Gebäude, die 80 Prozent des Verbrauchs verursachen, überwacht, sondern alle. Eine fünfprozentige Einsparung würde jährlich 26 400 Euro und 100 Tonnen Kohlenstoffdioxid bedeuten. Im ersten Jahr soll das Energiemanagement die Stadt 30 900 Euro kosten, im zweiten und dritten Jahr jeweils 22 500 Euro. „Es würde Null auf Null aufgehen“, so Keßler.

Bürgermeister Frank Volk sagte, dass man „die größten Energieschleudern“ aufdecken wolle. Die Vergleichbarkeit mit Kennzahlen sei wichtig. Wenn es gelinge, erreiche man in drei Jahren ein sogar kleines Plus ohne Investitionen. Er rechne sogar damit, dass die Einsparung wohl größer als fünf Prozent sei: „Mit fünf Prozent wären wir nicht zufrieden, es sollte schon zweistellig sein.“ Für das Gebäudemanagement der Stadt gehe es darum, mit den Daten Strategien und Prioritäten für Investitionen für die Gebäude zu entwickeln.

Jürgen Rehberger (Freie Wähler) betonte, dass das Energiemanagement nach drei Jahren nicht abgeschlossen sei. Danach müsse es weitergehen. Anne von Reumont (CDU) meinte als Waldhilsbachs Ortsvorsteherin, dass „wir schon aufmerksame Stromsparer sind“. „Bei uns macht der Letzte das Licht aus – und wenn der es nicht macht, gehen wir hart mit ihm ins Gericht.“ Meistens müsse dann der Ortsvorsteher einspringen. Die Nutzer müssten mitgenommen werden, weil sie das Wissen hätten. Winfried Schimpf (SPD) vermutete abschließend, dass Nutzer von Hallen in den Ortsteilen wohl einfacher sensibilisiert werden können als in der Kernstadt.

Region Heidelberg vom Donnerstag, 30. März 2017, Seite 57


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