Gemeinderat begrüßt Klimaschutzkonzept einhellig

Rauenberg lässt das Konzept bis Oktober 2016 durch die KliBA erstellen – „Dicke Bretter“ zu bohren?

Rauenberg. (aot) Der Gemeinderat Rauenberg hat in der jüngsten Sitzung den Auftrag für ein Klimaschutzkonzept an die „Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg“ (KliBA) zum Angebotspreis von 33 000 Euro vergeben. Bis Oktober 2016 soll es erstellt sein, vom Bundesumweltministerium gibt es einen Zuschuss von 21 000 Euro. Im Konzept werden der aktuelle Energieverbrauch und der Ausstoß von Treibhausgasen in der Gemeinde ebenso festgehalten wie der Einsatz erneuerbarer Energien. Untersucht werden nicht nur Gebäude und auch Beschaffungswesen der Stadt, sondern zudem die Straßenbeleuchtung, Abwasser und Abfall, Gewerbe, Industrie und private Haushalte.

Für den Zeitraum von 2017 bis 2022 werden dann konkrete Einsparmaßnahmen erarbeitet. Die Bevölkerung wird rechtzeitig informiert und die direkt Betroffenen werden von Anfang an in das Konzept eingebunden. Klimaschutzaktivitäten und -gremien, die während der Konzepterstellung ins Leben gerufen werden, sollen dauerhaft in der Kommune verankert werden. Auch geplante Vernetzungen zum einen mit der Bürgerschaft und zum anderen mit Nachbarkommunen werden festgehalten. Energieverbrauch und Emissionen werden auch nach 2016 kontinuierlich erfasst und ausgewertet, und eine gesonderte „Controlling“-Vereinbarung legt fest, wie die Umsetzung der geplanten Maßnahmen überprüft wird.

Die Erstellung des Klimaschutzkonzeptes wurde von allen Fraktionen begrüßt. Allerdings war man mit Christiane Hütt-Berger (SPD) der Meinung, dass „bei uns und bei den Bürgern noch dicke Bretter zu durchbohren sind“. Christian Kollenz (CDU) regte das gemeinsame Vorgehen im Verwaltungsverband mit den Gemeinden Mühlhausen und Malsch und die Einstellung eines „Umweltmanagers“ für drei Jahre an, außerdem die Einbindung eines „Beirates aus der Bürgerschaft“.

Um Energieeinsparungen ging es auch bei dem Projekt „Energiekarawane“, über das die Umweltbeauftragte Dr. Brigitta Martens-Aly berichtete. Vier Energieberater suchten in Malschenberg Eigentümer alter Häuser auf, um Vorschläge für Energieeinsparungen zu machen. Unterstützt von Bund und Land, übernahm die Metropolregion die Kosten der Beratung, die Stadt Rauenberg die Organisation vor Ort und die Kosten für Informationsdrucksachen. 84 Eigentümer von 380 ausgewählten Immobilien nahmen das Angebot insgesamt an. Von diesen beteiligten sich 44 Prozent an der Erfolgsüberprüfung nach einem Jahr.

Brigitta Martens-Aly verglich die Ergebnisse mit dem Durchschnitt der insgesamt 68 in der Metropolregion durchgeführten „Energiekarawanen“. Obwohl Malschenberg schon vor der Energieberatung gut informiert war, seien 70 Prozent der Haushalte erstmalig beraten worden. Das Angebot werde sehr geschätzt und mehr als 60 Prozent der Beteiligten hätten auch schon eine oder mehrere Maßnahmen umgesetzt.

Wieslocher Nachrichten - Walldorfer Rundschau vom Montag, 5. Oktober 2015

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