Die „Stromräuber“ in den eigenen vier Wänden finden

KliBA und Stadtbücherei verleihen jetzt kostenlose Strommessgeräte für zu Hause

Wie viel Strom verbraucht mein Fernseher im Stand-by-Modus? Wie viel mein Laptop? Wer das schon immer wissen wollte, sollte in der Stadtbücherei vorbeischauen: Dort kann man seit dem 11. Februar kostenlos Messgeräte ausleihen, um „Stromräuber“ in der eigenen Wohnung zu ermitteln. Die Aktion ist das Ergebnis einer Kooperation zwischen der Heidelberger Stadtbücherei und der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur KliBA.

630 000 Besucher hat die Stadtbücherei jährlich: Sie ist ein wertvoller Partner für solche Aktionen, denn ihr Publikum ist nicht nur groß, sondern auch vielseitig. KliBa-Geschäftsführer Klaus Keßler hofft, dass sich auf diese Weise das Bewusstsein der Verbraucher verändert: „In Deutschland werden jedes Jahr etwa fünf bis sechs Milliarden Euro aufgrund von Leerlaufverlusten verschwendet“, moniert Keßler. Das entspricht etwa 12 Millionen Tonnen sinnlos freigesetztem Kohlenstoffdioxid.

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Bibliotheksleiterin Christine Sass und KliBA-Geschäftsführer Klaus Keßler überprüfen den Energieverbrauch eines Laptops. Foto: Rothe

Mit Hilfe des Strommessgerätes kann man nicht nur ermitteln, wie viel Strom ein einzelnes Gerät zum Beispiel im Stand-by-Modus verbraucht, sondern auch direkt berechnen, wie viel Geld man gerade verschwendet (siehe Kasten links). Keßler sieht erhebliche Potenziale in Privathaushalten: „Jeder kann einen Beitrag leisten“, so Keßler. Oft lasse man Aufladegeräte stecken oder nutze Geräte mit veralteter Technologie. „Aber auch Kleinvieh macht Mist.“ In vielen Fällen lasse sich mit einem Neugerät Strom und bares Geld sparen.

Die Stadtbücherei ist schon jetzt sehr zufrieden mit der Zusammenarbeit. „Durch die Kooperation bieten wir unseren Besuchern einen angewandten Zugang zum Thema Energiesparen“, sagt Christine Sass, die Leiterin der Bücherei. Schon nach kurzer Zeit meldeten sich Nutzer begeistert zurück und Keßler kündigte an, im Bedarfsfall weitere Messgeräte liefern zu wollen. Im Moment sind es 30 Geräte, die wie alle anderen Medien der Bibliothek in die Datenbanken eingepflegt sind – man kann sie ausleihen wie Bücher oder DVDs.

Für Keßler ist der Verbraucher eine wichtige Stellschraube, um den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß zu reduzieren und so das Klima zu schonen: „Es ist unsere Aufgabe, uns zu kontrollieren und zu bemühen“. Um das zu vereinfachen, stellt die KliBa un ter www.kliba.co2spiegel.de einen CO2-Rechner zur Verfügung, mit dem man seine persönliche Emissionsmenge berechnen kann.

Als Motivation dürfte ausreichen, dass die Bundesrepublik in den nächsten 20 Jahren 100 Milliarden Euro ausgeben wird, um Solaranlagen zu subventionieren, um damit 12 Millionen Tonnen Kohlenstoffdioxid einzusparen. Von Valerio Montanari

44055831_170.jpg© RNZ, Region Heidelberg vom Mittwoch, 18. Februar 2015, Seite 6


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