Stromsparhelfer: "Unsere Kunden sind sehr dankbar"

Stromsparhelfer unterstützen einkommensschwache Haushalte im Rhein-Neckar-Kreis - Projekt wird fortgesetzt

Rhein-Neckar. "Es macht sehr viel Spaß, und wir helfen den Leuten ja ganz konkret", sagt Karl-Heinz Rahm, einer von derzeit acht, ab Mai dann zehn Stromsparhelfern, die im Rhein-Neckar-Kreis unterwegs sind, um einkommensschwache Haushalte energieeffizient zu beraten. Das Präventionsprogramm gegen Energieschulden, für Menschen mit geringem Einkommen angesichts steigender Energiekosten häufig ein Dauerthema bis hin zum Stromsperren durch den Energieversorger, läuft auf Bundesebene als Aktion "Stromspar-Check Plus" bereits seit 2008.

Mittlerweile sind in mehr als 160 Städten und Gemeinden Stromsparhelfer im Einsatz und haben bis jetzt mehr als 120 000 betroffene Haushalte beraten und mit Soforthilfen im Wert von 70 Euro wie beispielsweise Energiesparlampen, schaltbare Steckdosenleisten, Zeitschaltuhren oder Wassersparduschköpfe ausgestattet.

Im Rahmen des Aktionsprogramms "Klimaschutz 2020" wird der Stromspar-Check, eine Initiative von Caritas, dem Bundesverband der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschland und der Organisation Nationale Klimaschutz Initiative, vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Im Oktober 2014 startete der Caritasverband Rhein-Neckar als hiesiger Projektträger gemeinsam mit dem Jobcenter Rhein-Neckar und dem Rhein-Neckar-Kreis als Finanziers und der für die Helferschulungen zuständige Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg (KliBA) ins Programm.

In den neuen Räumen des Caritasverbandes in Schwetzingen zogen Geschäftsführerin Susanne Rohfleisch und ihr Team von den Standorten Wiesloch und Weinheim um Referatsleiter Stefan Dugeorge jetzt eine erste und positive Bilanz.

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Die Initiatoren sind zufrieden: Das Projekt "Stromspar-Check" ist ein voller Erfolg. Foto: Pilz

Bei einer Zielvorgabe von 520 Haushalten, die bis Projektende Dezember 2015 beraten werden sollen, liegt die Marke bei aktuell 139, weitere 64 Anmeldungen liegen vor. Soforthilfen erhielten bereits 101 Haushalte, was einem Wert von 7500 Euro entspricht. 45 Haushalten wurde zudem ein Zuschuss zum Austausch ihres Kühlschranks gewährt, wenn dieser älter als zehn Jahre alt war.

"In der Praxis muss man daran aber noch schrauben", sagte Stefan Dugeorge. Er halte es für besser, die Pauschale von 150 Euro an die Größe einer Familie anzupassen. Neben der Unterstützung einkommensschwacher Haushalte durch Beratung und praktische Hilfen, zielt der Stromsparcheck auf messbare CO2-Einsparungen.

Und außerdem bietet er Langzeitarbeitslosen eine neue Perspektive: Acht Personen, darunter Elektriker, Industriekaufleute oder Lagerarbeiter, ein Kreis von unterschiedlichen Berufsfeldern, fanden in diesem Projekt eine neue Anstellung im Umfang von 70 Prozent beim Caritasverband.

Sowohl Roland Schulz vom Landratsamt als auch Norbert Hölscher, Geschäftsführer des Jobcenters Rhein-Neckar, signalisierten die Fortführung des Projekts über 2015 hinaus. Das dürfte auch Stromsparhelfer Thomas Scheidel freuen: "Unsere Kunden sind sehr dankbar."

Die Evaluierung bereits gecheckter Haushalte zeige, so Dr. Klaus Keßler und Uwe Jung von der KliBA, dass Einsparpotenziale da seien und bei entsprechender Veränderung, ob technisch oder über persönliches Verhalten, auch genutzt werden. v. Nicoline Pilz

© RNZ, Rhein-Neckar, vom Mittwoch, 22. April 2015

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