Stromsparen wurde zum Unterrichtsziel

Stand-by-Betrieb von Elektrogeräten kostet oft unnötig Energie – Schüler testeten auch zu Hause

Waibstadt. (aj) Wie bringt man Kindern und Jugendlichen bei, dass Energie wertvoll ist und nicht verschwendet werden darf, wo doch auch die Erwachsenen oft ohne nachzudenken, Fenster bei voll aufgedrehten Heizkörpern öffnen oder Lichter in ungenutzten Räumen brennen lassen. Diese Fragen stellte sich der Realschule. Und deshalb war für die Fünftklässler das Projekt „Stand-by in Schulen“ eine Möglichkeit, sich mit der Energieverschwendung auseinander zu setzen. Sie konnten dabei selbst tätig werden und durch eigene Erfahrungen und Entdeckungen lernen.

Stand-by bedeutet den Bereitschaftsbetrieb eines Elektrogeräts und ist bei vielen Geräten eine reine Servicefunktion. Ziel des Projektes war und ist es auch, Kinder und Jugendliche für den Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren, den Zusammenhang zwischen dem Klimaschutz und dem Strom- bzw. Ressourcenverbrauch am Beispiel Stand-by bei elektrischen Geräten näher zu bringen und ihnen Tipps mit auf den Weg zu geben, um ihren Alltag klimafreundlicher zu gestalten.

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Oliver Prahl von der KliBA gelang es beim Projekt Stand-by der Realschule Waibstadt Kinder und Jugendliche für den Umwelt- und Klimaschutz zu sensibilisieren. Foto: Jäger

Durch einen Wechsel aus Experimenten, Diskussionen und thematischen Impulsen, wie „Erneuerbare Energien“, „Nachhaltige Mobilität“ trug das Projekt zur klimafreundlicheren Gestaltung des Schüleralltags bei. So hatten die Fünftklässler während der ersten Unterrichtseinheit die Vor- und Nachteile verschiedener Energieträger zur Stromerzeugung diskutiert und die Leistung von eigens mitgebrachten Elektrogeräten gemessen.

Nachdem die Schüler mit Messgeräten auch zu Hause eigene Untersuchungen anstellen konnten, wurden diese Ergebnisse in der zweiten Einheit ausgewertet. Dabei kamen einige Überraschungen zutage: Neben einigen Geräten mit hohen Stand-By-Werten wurden auch Geräte entdeckt, bei denen der Stand-By-Betrieb nicht einmal zu erkennen war. Solche Geräte sollten vom Stromnetz getrennt werden, wenn sie nicht in Betrieb sind.

Die Unterrichtsstunden werden aus dem Förderprogramm „Klimaschutz Plus“ des Landes finanziert. Die Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis (kurz KliBA), die das Projekt „Stand-by in Schulen“ bereits seit fünf Jahren umsetzt, ist dabei in der Lehrerrolle gefragt: Oliver Prahl von der KliBA vermittelte den Zusammenhang zwischen der umweltschädlichen Verwendung fossiler Rohstoffe und der einfachsten Möglichkeit die Umwelt zu schützen. Er hatte die passenden Antworten auf die Fragen wie: „Warum ändert sich das Klima?“, „Wo kommt der Strom her?“, „Wie unterscheiden sich die verschiedenen Energieträger“, „Wie hoch ist Stromverbrauch einzelner Geräte?“ und „Was kann man tun, um den unnötigen Stromverbrauch zu vermeiden?“ zu klären.

© Rhein-Neckar-Zeitung , Sinsheimer Nachrichten vom Freitag, 24. März 2017, Seite 5

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