Energiekarawane kommt in die Betriebe

Stadt Walldorf und Klimaschutzagentur wollen Firmen fürs Energiesparen sensibilisieren

Walldorf. (rö) Die Energiekarawane kommt wieder nach Walldorf, dieses Mal jedoch nicht in Privathaushalte, sondern zu rund 70 Firmen, die ihren Sitz im Industriegebiet haben. „Klimaschutz ist uns wichtig, wir wollen auch die Unternehmen dafür sensibilisieren“, sagte Bürgermeisterin Christiane Staab jetzt in einem Pressegespräch. Klaus Brecht, Leiter des Fachbereichs Ordnung und Umwelt, verdeutlichte die Wichtigkeit mit Zahlen zum Energieverbrauch in der Astorstadt: Nur zwei Prozent entfallen demnach auf die städtischen Immobilien (für die man große Anstrengungen unternimmt), 36 Prozent auf die privaten Haushalte und sogar 42 Prozent auf das Gewerbe. „Das ist ein Feld, das man bearbeiten muss“, sagte Brecht.

Da kommt die Klimaschutz- und Energieberatungsagentur Heidelberg-Rhein-Neckar-Kreis (KliBA) ins Spiel. Geschäftsführer Dr. Klaus Keßler setzt auf eine „aufsuchende Beratung“, weil er weiß, dass kleinere und mittelständische Gewerbebetriebe oft schon allein aus Zeitgründen nur schwer für das Thema Energiesparen zu sensibilisieren sind. Man hat vorab rund 70 Firmen im Industriegebiet angeschrieben, die sich per beiliegender Postkarte oder elektronisch bis 26. Mai bei der Stadt zurückmelden können. Dann besucht ein neutraler Energieberater das Unternehmen kostenlos und geht etwa eine Stunde mit dem Geschäftsführer durch den Betrieb. Für Keßler ein „niederschwelliges Angebot“, trotz der Kürze des Besuchs könne der Berater meist schon erste Impulse geben. „Es wird nicht nur aufgezeigt, wo Schwachstellen sind, es wird auch auf Fördermöglichkeiten hingewiesen“, so Klaus Brecht. Dabei gehe es nicht nur um die Reduzierung des CO2-Ausstoßes, sondern auch darum, den Betrieb kosteneffizienter zu gestalten.

Die „Energiekarawane Gewerbe“ ist ein gemeinsames Projekt der KliBA mit der Klimaschutzagentur Mannheim und der Energieagentur Rheinland-Pfalz, die durch das Bundesumweltministerium, die nationale Klimaschutzinitiative und das Umweltministerium Rheinland-Pfalz gefördert wird. „Das läuft zweieinhalb Jahre lang in der ganzen Metropolregion“, will man laut Keßler 40 Energiekarawanen auf den Weg bringen. Walldorf gehört mit zu den ersten Kommunen, die das Thema aufgreifen. Deshalb gibt es Erfahrungswerte bisher auch nur aus einer Pilotphase von vor zwei Jahren: Da beteiligten sich laut Dr. Keßler rund 25 Prozent der angeschriebenen Unternehmen.

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Werben für die Energiekarawane in Walldorfer Unternehmen: (v.li.) KliBA-Geschäftsführer Dr. Klaus Keßler, Bürgermeisterin Christiane Staab und Fachbereichsleiter Klaus Brecht. Foto: Pfeifer

Relativ schnell seien auch vor allem „kleine, nicht-investive Maßnahmen“ umgesetzt worden – beispielsweise Zeitschaltuhren für die Beleuchtung oder Heizung. „Druckluft ist auch so ein Thema, keiner weiß, was er dafür ausgibt.“ Für größere Aktivitäten habe man zumindest einen ersten Hinweis liefern können. „Dafür sind die Betriebe dankbar“, sagte Klaus Keßler.

Fi Info: Auftaktveranstaltung für interessierte Gewerbetreibende am Donnerstag, 18. Mai, 19 Uhr, im Ratssaal des Rathauses Walldorf.

Wieslocher Nachrichten - Walldorfer Rundschau vom Dienstag, 16. Mai 2017, Seite 3 (3 Views)


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