Sportlicher Ehrgeiz – auch bei der Energieeffizienz

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Wer Energie einsparen will, muss an vielen Orten im Betrieb tätig werden. Oft erlöschen die anfänglichen Ambitionen, wenn die großen Energiefresser beseitigt sind. Mirko Mach, einer der Geschäftsführer der Firma MPC Service GmbH in Heidelberg, hält durch und punktet auch in der Energie-Zielgeraden.

Gerade im Bereich der Informations- und Kommunikations-Technologie entstehen enorme Kohlendioxid-Emissionen. Verursacher von Treibhausgasen in diesem Sektor sind bekannt: die vernetzte Infrastruktur mit ihren Servern, Rechenzentren und Dienstleistungen als auch der individuelle PC-Arbeitsplatz und die Nutzer.

Klimaschutz im neuen Licht

MPC Service GmbH – ein mittelständiges IT-Unternehmen, liefert Lösungen rund um den Bereich Carrierleistungen der Telekommunikation. Es hat vor geraumer Zeit seine Server- und PC-Struktur im Haus so verändert, dass es heute mit viel weniger Hardware auskommt. Das Ergebnis ist beeindruckend: Seitdem wird etwa 30 Prozent des Stromes eingespart. „Neben den Vorteilen im Handling, das mit der Reduzierung der Geräte einhergeht, freuen wir uns, auch etwas Gutes für die Umwelt getan zu haben“, so Mirko Mach. Während MPC in seinem Gebäude als Mieter keinen Einfluss auf die Heizungstechnik oder auf den Einsatz von Ökostrom hat – der Strom für das Gebäude wird zentral eingekauft – achten die Geschäftsführung und die Mitarbeiter sehr auf den sparsamen Umgang mit Energie. Ein großer Energiefresser ist oft die Klimatisierung von Serverräumen. Lange Zeit galten hier möglichst niedrige Temperaturen um die 18 Grad als optimal. Mittlerweile hat sich die Meinung der Experten hierzu aber geändert, so dass MPC der aktuellen Empfehlung folgt und für eine konstante Temperatur von 23 Grad sorgt. Die neue Temperaturrichtlinie begründet sich dadurch, dass aufgrund virtualisierter Server generell weniger Hardware im Serverraum steht und diese unempfindlicher geworden ist. Darauf sind ca. weitere 10 % Energieeinsparung zurückzuführen. Zusätzliche 10 % Einsparung verdankt MPC der Tatsache, dass die neue Serverhardware trotz deutlich erhöhter Rechenleistung weniger Energie benötigt und außerdem weniger Hitze produziert als früher.

Energiepotenziale liegen oft im Verborgenen: KliBA-Energieberater holte sie ans Licht

„Nun dachten wir, dass es vermutlich keine großen Optimierungskapazitäten mehr bei uns im Haus gibt. So eher aus Neugier und evtl. auch aus gewissem Ehrgeiz haben wir uns auf einen Energieeffizienz-Check eingelassen, worüber ich von Dr. Klaus Keßler, Geschäftsführer der KliBA bei einem Gedankenaustausch während eines Elternabends erfahren habe“, berichtet Mirko Mach schmunzelnd.

Dann hat es nicht mehr lange gedauert bis Udo Benz, der KliBA-Energieberater und KEFF-Effizienzmoderator, das Unternehmen besuchte und dabei ungenutztes oder noch nicht ausgeschöpftes Energiesparpotenzial aufzeigte.

Dabei hat er den Server-Raum unter die Lupe genommen: Um den Raum vor zusätzlicher Wärme der durch die Fenster einfallenden Sonne zu schützen, ist es aufgrund der örtlichen Gegebenheiten am Gebäude nicht möglich die gesamte Fensterfront von außen gegen die Sonne zu schützen. Der Energieberater schlug vor, die Fenster von innen mit Styropor-Platten zu isolieren, auf deren nach außen gewandten Seite eine Spiegelfolie kaschiert ist. Diese Platten werden üblicherweise zur Dämmung von Heizkörpernischen verwendet. Darüber hinausgehend regte er an, dass der Türspalt des Raums zum Flur hin abgedichtet wird, damit hier keine warme Luft aus den Büros in den Serverraum gesogen wird. 

Beide Maßnahmen hat das Unternehmen direkt umgesetzt und konnte unmittelbar sehen, dass die Klimaanlage deutlich weniger arbeiten muss – also auch weniger Strom verbraucht.

Und noch zwei weitere Tipps hatte der KliBA-Energieberater auf Lager:

Kleiner Aufwand, große Ersparnis: Clever heizen

Heizen ist einer der CO2-Schwergewichte. Die Mitarbeiter von MPC drehen abends, bevor sie das Büro verlassen, die Heizungsventile herunter, um Energie zu sparen, das ist geübte Praxis im Haus. Verständlicherweise wird das auch mal vergessen. Außerdem dreht man die Heizung eher vorsichtig herunter, wenn man den Tag nicht in einem abgekühlten Büro beginnen will. Bevor die nächste Heizperiode kommt, will MPC auf Anraten des KEFF-Effizienzmoderators Udo Benz programmierbare Thermostate an den Heizkörpern installieren. Erste Tests dazu sind bei MPC bereits angelaufen. Auf diese Weise kann mit Hilfe einer Zeitsteuerung festgelegt werden, wann die Heizungen abends herunterfahren und wann sie morgens wieder hochfahren. Die elektronischen Geräte bestimmen minutengenau, wann die Temperatur steigt und wieder absinkt. Während der Nachtstunden wird die Wärme durch die Zeitschaltuhr gesenkt und nach Wunsch der Mitarbeiter morgens wieder hochgefahren. Auch täglich wechselnde Zeiten können eingegeben werden, auch für die Wochenenden. Damit ist es warm in den Büros, aber nur zu Zeiten, in denen die Wärme auch gebraucht wird.

Nach den großen, wird Mirko Mach von der MPC auch bei den kleinen Energiesparlösungen nicht müde, die aufgezeigten Einsparmaßnahmen umgehend umzusetzen und so Vorbild für Mitarbeiter und Außenstehende zu sein. Er hat Spaß daran, das richtige zu tun.