Schüler wurden Stromdetektive

KliBA klärte Klasse 4a der Neubergschule über Stromfresser auf – Kinder wussten schon gut Bescheid

Dossenheim. (dw) Man weiß irgendwie, dass Heizlüfter Stromfresser sind. Eine Neuigkeit war, dass selbst Ladekabel im scheinbaren Ruhezustand den Strom aus der Steckdose saugen. Das und noch vieles mehr konnten jetzt die Schüler der Klasse 4a in der Neubergschule erfahren. Als lokaler Partner im landesweiten Projekt „Stand-by in Schulen“ hat die Klimaschutz- und Energie- Beratungsagentur (KliBA) die Aufgabe übernommen, Aufklärungsarbeit in Schulen zu leisten. Umweltpädagogin Anita Köhler war deshalb in die Neubergschule gekommen, um die Neunjährigen für das Thema Stromerzeugung und Verbrauch sowie den damit zusammenhängenden Aspekten im Klimaschutz zu sensibilisieren.

Bürgermeister Hans Lorenz und Rektor Markus Ranzenberger schauten ebenfalls vorbei. Sie waren insbesondere über die Strom verzehrenden Ladekabel erstaunt. Ranzenberger selbst hatte das „Negativ-Highlight“ mitgebracht. Als das mobile Heizgerät an das Messgerät gehängt wurde, ging ein Aufschrei durch die Gruppe. Die Kleinstheizung war mit einer Leistung von 1900 Watt einsamer Spitzenreiter auf der Liste der Negativrekorde. Selbst der Föhn, auch nicht gerade minimaler Stromverbraucher, konnte da mit seinen 1234 Watt nicht mithalten.

„Alle Geräte, die Wärme produzieren, verbrauchen viel Strom“, wusste Köhler. Elektrische Zahnbürsten, Radiowecker, Radio und anderes hatten die Kinder von zu Hause mitgebracht, um sie ans Messgerät zu hängen. Denn nach einer „theoretischen“ Einführung sollten die Schüler zu Stromdetektiven werden und an eigenen Geräten selbstständig prüfen und erkennen, wofür und wie viel Strom im Haushalt wie selbstverständlich verwendet wird. Da zu Hause noch einige Geräte mehr stehen, durften sie die Wattzähler für weitere Messungen nach Hause mitnehmen. Die Ergebnisse waren beim nächsten Treffen vorzustellen.

Klassenlehrerin Ute Steingrüber begleitete dieses Projekt. „Ich bin ganz erstaunt, was die Kinder schon alles wissen“, sagte sie. Selbst Begriffe wie Klimawandel und CO2-Ausstoß hätten sie erklären können.

„Wie viel Strom wird im Rathaus verbraucht?“, fragten die Schüler Bürgermeister Lorenz. Der Stromverbrauch sei dort trotz vieler Computer gar nicht so hoch, sagte er. Er erzählte von den Pionierzeiten der Photovoltaikanlagen. Die erste Anlage zur Stromgewinnung aus Sonnenenergie habe auf dem Dach der Schauenburghalle vor rund zehn Jahren nur mithilfe kommunaler Zuschüsse realisiert werden können. Auf dem Dach der Neubergschule sei ebenfalls eine Anlage montiert. Am Ende waren sich alle einig, dass nur energieeffizienter Strom am umweltschonendsten ist.

Bergstraße/Mannheim - Weinheimer Rundschau vom Donnerstag, 23. Juni 2016, Seite 60