Heddesheim: Rat hört Zwischenbericht zum Klimaschutzkonzept

Experte: Bei den privaten Haushalten spielt die Musik

"Das Wichtigste am Begriff des integrierten Klimaschutzkonzepts ist das Wort 'integriert'", sagte Peter Kolbe von der Heidelberger Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur (KliBA) am Donnerstag Abend im Heddesheimer Gemeinderat. "Das heißt: Es geht alle an", ergänzte der Experte, der gekommen war, um den Räten einen Zwischenbericht zu eben diesem Klimaschutzkonzept für die Gemeinde zu zu geben.

Anfang der Woche war Kolbe schon einmal in Heddesheim. Beim Bürgerworkshop (wir berichteten) stattete er die Teilnehmer mit einer wichtigen Arbeitsgrundlage aus: dem Wissen um den Status quo in der Gemeinde. Die wichtigsten Verbrauchs- und Emissionswerte (siehe Grafik), die die KliBA erhoben hatte, veranschaulichte der KliBA-Experte nun auch im Gemeinderat. Dass sie aus dem Jahr 2010 stammen, erklärte er mit der Tatsache, dass es noch keine belastbaren neueren Daten gebe. Laut Kolbe kein Beinbruch: "Veränderungen brauchen lange. Von 2010 bis 2014 dürften sie je nach Sektor im Bereich zwischen null und drei Prozent liegen." Eine völlig andere Bedeutung ergebe sich dadurch also nicht.

Nicht auf alles Einfluss

Was aus den Zahlen herauszulesen ist, fasste Kolbe so zusammen: "Bei den privaten Haushalten spielt die Musik." Ihr Anteil am Energieverbrauch und damit an den CO2-Emissionen ist am größten. Die etwas unterschiedlichen Relationen bei Verbräuchen und Emissionen resultieren aus der Tatsache, dass die verschiedenen Energieträger - Strom, Gas, Öl etc. - unterschiedlich viel CO2 verursachen. Interessant außerdem: Einen Teil der in Heddesheim verursachten Treibhausgas-Emissionen von 87 000 Tonnen (2010) können die Bürger gar nicht selbst steuern: Nach dem Territorialprinzip werden jeder Kommune auch jene Autobahnabschnitte samt ihrer Treibhausgase zugeschlagen, die auf ihrer Gemarkung liegen. Kolbe bezifferte den um die Autobahn bereinigten und damit beeinflussbaren Wert für Heddesheim auf 72 000 Tonnen. Der Anteil der privaten Haushalte daran stiege in dieser Betrachtung auf fast 50 Prozent.

"Ein ständiger Prozess"

Was die bisherigen Aktivitäten in Sachen Klimaschutz betreffe, stehe die Gemeinde Heddesheim im Vergleich zu anderen Kommunen gut da, veranschaulichte Kolbe anhand von verschiedenen Indikatoren. Bürgermeister Kessler freute sich, Potenzial gibt es natürlich dennoch.

Als Nächstes werden die Maßnahmenpläne zum Klimaschutzkonzept erstellt. Dabei fließen auch die Ideen des Bürgerworkshops ein. Das gesamte Werk soll bis Ende Januar fertig sein, damit es im ersten Quartal im Rat beschlossen werden kann. "Das ist ein Prozess, der ständig fortzuschreiben ist", erinnerte Kolbe daran, dass das Konzept auch ein Controlling beinhaltet.

Einig waren sich alle Gemeinderäte, dass der schwierigste Teil der Umsetzung darin liege, die Bürger dafür zu gewinnen. "Wir werden dazu noch intensiv beraten müssen", kündigte Bürgermeister Kessler an. agö

© Mannheimer Morgen, Samstag, 22.11.2014