Den Schülern ging ein Licht auf

Der Bürgermeister wurde in der Panoramaschule zum Lampenlehrer – Kinder hatten knifflige Fragen

Wiesenbach. Licht aus, wenn es nicht gebraucht wird. Das war die Botschaft, die Bürgermeister Eric Grabenbauer den Viertklässlern schmackhaft machen wollte. Dazu war er mit Benjamin Friedrich von der Heidelberger Klimaschutz und Beratungsagentur (KliBA) zur Panoramaschule gekommen und erklärte im Rahmen des Stand-by-Klimaschutzprojekts die Unterschiede zwischen den Leuchtmitteln. Dabei konnten die Schüler ihre Beobachtungen einbringen und durften am Ende der Unterrichtseinheit auch Fragen zum Thema Energieverbrauch an den Bürgermeister stellen.

Das Stand-by-Projekt der KliBA besuchte zum ersten Mal die Panoramaschule. Die Thematik fügte sich ganz gut in den Unterrichtsplan ein, sagte Lehrerin Caroline Wildt, denn die Klasse hatte sich schon mit der Entwicklung des Lichts – angefangen beim ersten Feuer – auseinandergesetzt.

Ein Köfferchen mit vier verschiedenen Leuchtmitteln diente als Ausgangslage. An eine Stromquelle angeschlossen begannen die Lampen zu leuchten – und zwar mit ganz unterschiedlichem Licht. Auch der Stromverbrauch wurde angezeigt. Der September 2012 markiert die vierte Stufe des „Glühlampenausstiegs“: Seither dürfen nur noch Glühlampen mit einem Lichtstrom von kleiner als 60 Lumen – das entspricht etwa 10 Watt – vertrieben werden. Im KliBA-Koffer fand sich allerdings noch eine alte 60-Watt-Glühbirne, die tatsächlich auch 58,7 Watt Strom verbrauchte, sehr heiß wurde und ein leicht gelbliches Licht verbreitete.

Die Kinder wussten gleich Bescheid. Dieses Leuchtmittel verbraucht am meisten Energie und stellt keine geeignete Wahl dar. Auch noch richtig warm wurde die Halogenlampe mit einem Verbrauch von 42 Watt. Immerhin hilft sie 20 bis 30 Prozent Strom zu sparen und mit zwei Jahren hat sie eine doppelte Lebensdauer im Vergleich zur Glühbirne.

Mit der Energiesparlampe lässt sich tatsächlich etwa 80 Prozent Strom sparen. Ihr Nachteil: Die allermeisten Energiesparlampen enthalten Quecksilber und dürfen deshalb nicht im Hausmüll entsorgt werden. Ein weiterer Nachteil: Dort, wo schnell Licht gebraucht wird, sind sie ungeeignet. Denn um ihre volle Lichtkraft zu entfalten, müssen sie sich erst aufwärmen.

Ganz anders die LED-Lampe: Sie spart bis zu 90 Prozent Strom und hält sich bis zu 50 000 Stunden. LEDs sind winzige Kristalle, die durch Strom Licht abgeben. Die LED-Lampe verströmt ein warmweißes Licht, das dem der Glühlampen entspricht und das frei von Infrarot- oder UV-Strahlung ist. Zwar kosten LED-Lampen noch ein Vielfaches im Vergleich zu Glühlampen, aber umgerechnet auf die Lebensdauer ist der Preis dann doch nicht zu hoch.

Nachdem die Schüler die Unterschiede herausgearbeitet hatten, wollten sie vom Bürgermeister wissen, warum die Straßenlaternen schon ausgehen, wenn es noch dunkel ist. So erfuhren sie, dass sich das nach einem zentralen Helligkeitsmessgerät in Meckesheim richtet. Die Schüler interessierten sich für den Energieverbrauch der Heizungen in den kommunalen Gebäuden und für die Leuchtmittel, die bei der Straßenbeleuchtung zum Einsatz kommen. Hier berichtete Bürgermeister Eric Grabenbauer, dass ein Umstieg auf LED-Straßenbeleuchtung in den nächsten drei bis fünf Jahren erfolgen wird. Von Anna Haasemann-Dunka

©RNZ, Region Heidelberg vom Samstag, 7. März 2015, Seite 4