Energie und Klimaschutz an Schulen

Das landesweite Projekt „Energie und Klimaschutz an Schulen“ (bis zum Schuljahr 2015/2016 unter dem Namen „Stand-by an Schulen“) wird seit 2010 im Rahmen des Programms „Klimaschutz Plus“ des Landes Baden-Württemberg gefördert.

Seit Projektstart ist die KliBA regionaler Partner und Veranstalter des Projektes in Heidelberg und im Rhein-Neckar-Kreis. Die KliBA übernimmt die komplette Organisation, Konzeption, Materialerstellung, Vorbereitung und Durchführung der Unterrichtseinheiten. Das Projekt entwickelt sich stetig weiter und erfreut sich einer sehr guten Resonanz an den Schulen unserer Region.

Das Projekt verfolgt das Ziel, Kindern und Jugendlichen den Zusammenhang zwischen dem Klimaschutz und dem Energieverbrauch am Beispiel Strom näher zu bringen und ihnen zu zeigen, wie sie damit ihren Alltag klimafreundlicher gestalten können.

Seit dem Schuljahr 2013/2014 erfährt das Projekt eine stete strukturelle und qualitative Entwicklung: Der Unterricht, sein Aufbau und seine Inhalte wurden methodisch-didaktisch weiterentwickelt. Hinzu kamen mehr Schüleraktivitäten, mehr Experimente und mehr Praxisbezug, die zielführend für die klima-freundlichere Gestaltung des Schüleralltags sind. In den Jahren 2015/2016 fanden die Themen Zusammenhänge zwischen Energie und Klimaschutz, Erneuerbare Energien und Treibhauseffekt und Klimawandel Eingang in die Schulen. Gleichzeitig wurden die Umsetzungsformate an den Schulen erweitert. Neben den bisherigen Unterrichtseinheiten - zwei Doppelstunden - wurden Projekttage entwickelt und durchgeführt.

Formate, Inhalte und Ablauf

Für alle Schulformen in den Klassenstufen 3 bis 10 werden zwei Unterrichtseinheiten (UE) Energie- und Klimaschutz mit jeweils zwei Doppelstunden je Klasse angeboten. Zudem wurden für Grundschulen in den Klassenstufen 3 bzw. 4 neben diesen Einheiten seit 2015 weitere Einheiten entwickelt wie z.B.: „Treibhauseffekt und Klimawandel“, „Erneuerbare Energien“, Projekttag „Energie- und Klimaschutz“.

In einigen Grundschulen wurde eine längerfristige Zusammenarbeit über mehrere Klassenstufen aufgebaut, so dass die Schülerinnen und Schüler sich mehrmals mit dem Thema, aufeinander aufbauend, beschäftigen können. In Klassenstufe 3 wird mit der UE „Treibhauseffekt und Klimawandel“ angefangen. In Klassenstufe 4 wird mit den UEs „Energie und Klimawandel“ angeknüpft und teilweise mit der UE „Erneuerbare Energien“ vertieft.

Alle Angebote sind abwechslungsreich und alltagsnah aufgebaut. Sie ermöglichen den Schülerinnen und Schülern ein hohes Maß an eigenständigem Erarbeiten durch einen Wechsel aus Experimenten, Gruppenarbeit, Fragen und inhaltlichen Impulsen.

Unterrichtseinheiten (UE) „Energie- und Klimaschutz am Beispiel Strom“

In der ersten UE wird am Beispiel von Energie und Energieumwandlungsprozessen die Stromerzeugung in Deutschland beleuchtet. Die Fragen „Woher bekommen wir Strom?“ oder „Welche Vor- und Nachteile haben u.a. fossile und erneuerbare Energieträger“ werden dabei diskutiert. Die Schüler erfahren, was die Begriffe „Klima“, „CO2“ und „Klimawandel“ bedeuten, und welche Handlungsmöglichkeiten es gibt, um ihn aufzuhalten. Alltagsnah machen sich die Schüler bei praktischen Messungen von elektrischen Geräten mithilfe von Strommessgeräten mit den Einheiten Watt und Kilowattstunde vertraut und erfahren, was unnötiger Stromverbrauch (z.B. Stand-by) ist.

Durch eine Pause zwischen den beiden Einheiten kann die Gelegenheit gegeben werden die Messungen zuhause weiterzuführen und mit den Eltern ins Gespräch zu kommen. Hierzu werden Strommessgeräte ausgeliehen.

In der zweiten UE werden die Ergebnisse der zu Hause durchgeführten Untersuchungen und Messungen ausgewertet. Um ein Bewusstsein für den eigenen Energieverbrauch zu vermitteln, werden teilweise weiterführende Berechnungen und Vergleiche der Messungen unternommen. Aus diesen Erkenntnissen werden Strom- bzw. Energiesparmaßnahmen und Perspektiven erneuerbarer Energien gemeinsam erarbeitet. Darüber hinaus werden Ideen zur Reduktion des „persönlichen CO2 Fußabdrucks“ gesammelt.

Unterrichtseinheit „Treibhauseffekt und Klimawandel“

Unter der Leitfrage „Unsere Erde hat Fieber, was steckt dahinter?“ wird in mehreren Versuchen die globale Erwärmung und der Klimawandel untersucht. Experimentell erfahren die Schülerinnen und Schüler, was CO2 in unserer Atmosphäre bewirkt und was die Begriffe natürlicher und menschengemachter Treibhauseffekt bedeuten. Mit Hilfe eines „Erd-Modells“ erarbeiten sie sich somit Hintergründe der globalen Erwärmung. Es wird besprochen woher die Treibhausgase kommen und was jeder Einzelne für Handlungsmöglichkeiten hat, den Klimaschutz voranzubringen.

Unterrichtseinheit „Erneuerbare Energien“

Die Erneuerbaren Energien werden in Funktionsweise und Bedeutungen in einer Lerntheke thematisiert und erforscht. An verschiedenen Stationen mit freier Aufgabenwahl und Zeiteinteilung konstruieren die Schülerinnen und Schüler ein Wasserrad, bauen ein Windrad, testen Solarzellen oder bauen eine kleine Biogasanlage.

Projekttag Energie- und Klimaschutz

Die Projekttage bündeln Themen aus den einzelnen Unterrichtseinheiten, wie oben beschrieben. Unter der Leitfrage „Unsere Erde hat Fieber, was steckt dahinter?“ wird die globale Erwärmung und der Klimawandel erforscht.

Die Zusammenhänge zwischen dem Energieverbrauch und den daraus resultierenden klimatischen Auswirkungen werden am Beispiel Strom und praktischen Strommessungen bearbeitet und diskutiert: Wie kommt der Strom in die Steckdose? Welche Vor- und Nachteile haben fossile, atomare und erneuerbarer Energieträger? Spannungsvolle Details werden zudem eingebaut: z.B. die Funktionsweise eines Generators am Beispiel eines „Handkurbel-Generators“ oder „wie funktioniert eine Batterie“ am Beispiel der Kartoffelbatterie?

Die Erneuerbaren Energien werden in einer Lerntheke erforscht. Hierbei werden Solaranlagen auf dem Schulgebäude oder schulnah, wenn möglich, eingebunden.

Aus diesen vielfältigen Erkenntnissen werden Ideen gesammelt und Aktionen entwickelt, nach dem Motto „wir werden aktiv fürs Klima“! Was kann jeder Einzelne umsetzen, um den persönlichen CO2 Fußabdruck zu reduzieren oder was für Aktionen können an der Schule umgesetzt werden, um viele andere für die Bedeutung des Klimaschutzes zu gewinnen. Die Ergebnisse werden, je nach Möglichkeiten an den Schulen, z.B. auf dem Schulfest vorgestellt.

Anmeldung für das Schuljahr 2017/2018 finden Sie hier

Pressestimmen zum Projekt finden Sie hier

Einige Fotoimpressionen aus den Schulen in Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis

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Bild: Neuntklässler und Anita Köhler (KliBA) beim Strommessen im Friedrich Ebert Gymnasium in Sandhausen © Alexander Wüst

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Bilder: Die aufgeweckten Viertklässler der Schillerschule in Walldorf hatten sichtlich Freude daran, Ihre Vorkenntnisse und Beobachtungen einzubringen und hatten Spaß beim Strommessen © Walldorf

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Bilder: Tüchtig, aufmerksam und zum Schluss als erfolgreiche Stromspardetektive: Die Drittklässler der Neckarschule Heidelberg Ziegelhausen