Alles unter Strom –gehört der Elektromobilität die Zukunft?

Diskussionsabend im Automuseum Dr. Carl Benz

Heidelberg / Ladenburg, 30. Juni 2025. Elektromobilität gilt als vielversprechender Weg in Richtung nachhaltiger Mobilität. Doch ist sie wirklich die Lösung für alle Probleme? Trotz der hochsommerlichen Temperaturen fanden sich am 25. Juni 2025 einige Interessierte im Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg ein, um an der Diskussionsveranstaltung „Alles unter Strom – gehört der Elektromobilität die Zukunft?“ teilzunehmen.Die von der KLiBA in Kooperation mit dem Automuseum organisierte Veranstaltung bot eine spannende Plattform, um die vielfältigen Perspektiven auf die Elektromobilität zu beleuchten und die Chancen sowie die Herausforderungen dieser Technologie zu diskutieren. Die Gäste, allesamt Experten aus unterschiedlichen Bereichen, trugen mit ihren Fachkenntnissen und Erfahrungen zu einem umfassenden Bild der aktuellen Situation und der zukünftigen Entwicklung der Elektromobilität bei.

Prof. Dr. Kurt Möser, Autohistoriker am Karlsruher Institut für Technologie (KIT), eröffnete die die Gesprächsrunde mit einer historischen Perspektive zur Entwicklung der Mobilität im Laufe der Jahrzehnte.

Sven Hübschen, Regionalbeauftragter vom Auto Club Europa (ACE), betonte die Bedeutung der Elektromobilität für den Klimaschutz. Mit seinem elektrischen Dienstwagen legt er problemlos jährlich 30.000 Kilometer zurück und hat eine pragmatische Sichtweise auf elektrische Antriebe. Er sieht darin die Zukunft, weist jedoch auf Handlungsbedarfe hin, etwa bei Lademöglichkeiten für Mieter oder unnötigen Zusatzgebühren beim Laden.

Alexander Lührmann, Geschäftsführer bei ESDI EV Technologies, präsentierte die Idee, klassische Fahrzeuge durch passgenaue Umrüst-Kits auf Elektroantrieb umzustellen. Seine Lösung zielt darauf ab, Oldtimer, insbesondere luftgekühlte Fahrzeuge, umweltfreundlich umzurüsten und zu Alltagsfahrzeugen zu machen. Dies demonstrierte er eindrucksvoll mit einem 70er-Jahre Porsche, der nun mit Elektroantrieb ausgestattet ist und mit dem er rund 400 Kilometer angereist war.

Winfried Seidel, Gründer und Inhaber des Automuseums Dr. Carl Benz, brachte die Sichtweise der Oldtimer-Community ein. Für ihn ist die Elektromobilität eine spannende Entwicklung, doch das Konzept von Herrn Lührmann polarisierte die Oldtimerfreunde. Während einige den Porsche interessiert begutachteten, kritisierten andere, dass diese Lösungen die Authentizität und den Charme der Oldtimer zunichtemachen.

Dr. Thomas Meyer, Experte für Technikgeschichte und IT-Forscher am KIT, ergänzte die Diskussion mit Einblicken in die gesellschaftliche Bedeutung technischer Innovationen. Er betonte, dass technologische Veränderungen nur dann erfolgreich sind, wenn sie gesellschaftlich akzeptiert werden und den Alltag der Menschen verbessern. Seine Ausführungen unterstrichen, dass die Elektromobilität noch vor Herausforderungen steht, die es zu bewältigen gilt, um eine breite Akzeptanz zu erreichen.

Moderiert wurde die Veranstaltung von Ursula Kloé, Geschäftsführerin der JU-KNOW GmbH und Veranstaltungspartnerin des e4 TESTIVALs auf dem Hockenheimring, die auch die Fragen aus dem Publikum entgegennahm. Die Diskussion war lebhaft und bot den gut 20 Gästen einen unterhaltsamen Abend.

Das Elektromobilitäts-Team – Jessica Skowron und Bernhard Bruch – informiert und berät Bürgerinnen und Bürger, Kommunen sowie Unternehmen des Rhein-Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg rund um das Thema Elektromobilität. Wenden Sie sich gerne mit Ihrem individuellen Anliegen an die KLiBA. Telefon 06221 99875-32/-33, E-Mail: elektromobilitaet@kliba-heidelberg.de