Es geht darum, so viel Strom wie möglich selbst zu erzeugen

Balkonkraftwerke lassen sich problemlos installieren. Foto: Sauer

Kleine Photovoltaik-Anlagen lohnen sich meistens – Bei größeren Anlagen sollte man zwischen Erneuerung und Austausch abwägen

Wiesloch. (hds) Eine kleine Solaranlage am Balkon oder auf dem Dach eines Gartenhäuschens? Was muss beachtet werden und rentiert sich das? Diese und weitere Fragen standen im Mittelpunkt einer Informationsveranstaltung zum Thema „Photovoltaik“ in Wiesloch. Im zweiten Teil ging es um den Austausch von in die Jahre gekommen Anlagen, speziell auf Dächern. Das Fazit: Wenn man sich beraten lässt und die geltenden Regelungen beachtet, ergibt sich unter dem Strich ein Bündel von Vorteilen. Zum einen spart man Geld und zum anderen kann ein Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Bürgermeister Ludwig Sauer konnte im Palatin etwa 70 Interessierte begrüßen, ehe Jens Neumann von der Bürgerinitiative Heidel-Solar einen umfassenden Überblick in Sachen Stecker-Solargeräte gab. Dabei können kleinere Anlagen am Balkongeländer mit einer Steckdose verbunden werden.

„Wir sind eine Initiative von engagierten Personen, die den Ausbau erneuerbarer Energien in Heidelberg und Umgebung voranbringen möchte“, stellte er die Einrichtung vor. Seine Hauptmotivation sei der Klimaschutz, sagte er. Ziel sei es, Möglichkeiten aufzuzeigen, als Einzelperson aktiv zu werden.

Die kleinen Kraftwerke ermöglichten „lediglich“, den Eigenbedarf an Strom teilweise abzudecken, sagte er gleich zu Beginn. „Es gibt demnach keine Einspeisevergütung“. Im Eigenheim sei die Installation unproblematisch, in einem Mehrfamilienhaus bedürfe es der Zustimmung der anderen Mitbewohner. „Das ‚Wie’, also welche Technik und in welcher Größe eine solche Anlage montiert wird, liegt letztlich in den Händen des Vermieters“, stellte er klar. In seiner Präsentation gab er einen Überblick darüber, was alles zu beachten ist, ging konkret auf Sicherheitsaspekte ein und betonte, dass sich die kleinen Anlagen bereits nach etwas mehr als vier Jahren amortisierten. Die Preissituation sei aus seiner Sicht sehr günstig, sagte Neumann. „Da liegen wir derzeit bei etwa 150 Euro pro Teil.“

Hinzu kommen noch die Kosten für die Befestigung. Wichtig sei es, auf gute Qualität zu achten. Die Anschaffung solcher Anlagen würde auch von einigen Kommunen gefördert, Wiesloch gehöre jedoch nicht dazu. Bürgermeister Sauerergänzte, dass sich eine solche städtische Unterstützung im Rahmen der Haushaltsberatungen als nicht realisierbar herausgestellt habe. „Jeder hier kennt unsere finanzielle Situation“.

Der Vertreter von Heidel-Solar ging auch beim Einsparpotenzial ins Detail, legte den Watt-Verbrauch gängiger Haushaltsgeräte wie beispielsweise der Waschmaschine offen, sprach über technische Dinge, wie die unterschiedlichen in den Solar-Modulen verbauten Materialien. Sein Ratschlag am Ende lautete: Die Anschaffung einer Stecker-Anlage rentiert sich, auch wenn sie kleiner als die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach ist.

Dann ging Neumann zum sogenannten Re-Powering über, so wird der Austausch älterer Photovoltaik-Dach-Konstrukte bezeichnet. Peter Kolbe von der Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur in Heidelberg (KLiBA) sagte, es gehe letztendlich darum, so viel Strom wie möglich selbst zu erzeugen. Das habe nicht nur etwas mit dem Einsparpotenzial zu tun, sondern sei ein gesamtgesellschaftliches Thema.

Die Entscheidung, ob Besitzer eine ältere Anlage erneuern, sei eine Abwägung ökologischer und ökonomischer Kriterien. Neuere und damit modernere Anlagen seien sicherlich wirtschaftlich sinnvoll. „Es gibt jedoch auch die Möglichkeit, eine bestehende Anlage zu erweitern“, empfahl er. Die Kliba selbst biete dazu eine entsprechende Beratung an. Es mache sicher mehr Sinn, den Strom bei „sich selbst“ einzukaufen. „Das rechnet sich immer, gerade im Hinblick auf Klimaschutz und künftig sicherlich weiter steigende Strompreise.“

RNZ, Ausgabe Wiesloch/ Walldorf 17.11.23