Wie funktioniert das mit der Wärmepumpe?

Bild: Gülay Keskin

Infotag in Ziegelhausen mit Vorträgen und individueller Beratung – Stadt setzt bei der Wärmeversorgung auf Doppelstrategie – KLiBA ist Ansprechpartnerin

Rund 330 Bürgerinnen und Bürger haben sich beim Wärmepumpen-Infotag in der Steinbachhalle in Ziegelhausen über den Heizungstausch und die künftige Wärmeversorgung informiert. Die vom Umweltamt der Stadt Heidelberg organisierte Veranstaltung bot neben Fachvorträgen auch individuelle Beratung durch regionale Fachbetriebe an. Experten gaben in ihren Vorträgen zudem konkrete Informationen rund um den Heizungstausch.

Die Stadt setzt bei der Wärmeversorgung auf eine doppelte Strategie: Die klimafreundliche Fernwärme wird in nahezu allen Stadtteilen schrittweise ausgebaut – aktuell werden rund 50 Prozent des Heidelberger Wärmebedarfs über Fernwärme gedeckt. Für Quartiere ohne Fernwärmeanschluss – insbesondere in Schlierbach und Ziegelhausen – empfiehlt die Stadt den Einsatz von Wärmepumpen als effiziente, zukunftsfähige Lösung.

Auf der Info-Veranstaltung wurden wichtige Fragen zum Thema Wärmepumpe beantwortet:

Wo ist der Einsatz von Wärmepumpen in Heidelberg sinnvoll?

Die Fernwärme bildet in Heidelberg das Rückgrat der Wärmewende und wird großflächig ausgebaut. In Stadtteilen, in denen ein Anschluss technisch nicht möglich oder wirtschaftlich nicht sinnvoll ist, sind Wärmepumpen die empfohlene Alternative. Wärmepumpen nutzen Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und sorgen zusammen mit grünem Strom für CO2-freie Wärme vor Ort.

Eignen sich Wärmepumpen auch für bestehende Häuser – und muss dafür viel umgebaut werden?

In den meisten Häusern lässt sich eine Wärmepumpe ohne eine zusätzliche Wärmedämmung des Gebäudes und ohne weitere Umbauten einbauen. Einfache, aber wirksame Maßnahmen wie der Ersatz oder die Abdichtung undichter Türen und Fenster können aber sinnvoll mit der Umstellung auf eine Wärmepumpe kombiniert werden. In der Regel können die vorhandenen Heizungsrohre bleiben. Nur sehr alte oder defekte Teile werden getauscht. Meist reichen die vorhandenen Heizkörper für die Beheizung mit Wärmepumpen aus. Falls nötig, werden einzelne durch größere/leistungsstärkere Heizkörper ersetzt. Eine Fußbodenheizung ist nicht nötig.

Wärmepumpen arbeiten umso effizienter, je niedriger die Temperatur des Heizwassers ist. Das stellt die Fachfirma so ein, dass alle Räume angenehm warm werden und die Anlage sparsam läuft. Eine Fachperson prüft im Vorfeld, ob das Haus geeignet ist und welche Anpassungen sinnvoll sind. So lässt sich der Aufwand für Installation und mögliche Arbeiten gut einschätzen.

Verbraucher können auch einen Selbstcheck machen: Bei Gasheizungen den Jahresverbrauch in Kilowattstunden (kWh, Jahresrechnung) durch die beheizte Wohnfläche (Quadratmeter/m²) teilen. Bei Ölheizungen den Jahresverbrauch in Litern mit zehn multiplizieren und durch die beheizte Wohnfläche (Quadratmeter) teilen. Liegt das Ergebnis unter 150 kWh/m2 im Jahr, ist das Gebäude in der Regel wärmepumpentauglich. Liegt es deutlich darüber, muss genauer geprüft werden.

Was kosten Wärmepumpen – und wie groß sind die Einsparpotenziale?

Die aktuellen Investitionen liegen für Einfamilienhäuser je nach Art der Wärmepumpe zwischen 20 000 und 45 000 Euro. Zuschüsse für Wärmepumpen und Fernwärmeanschlüsse sind über eine Bundesförderung erhältlich. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent auf die förderfähigen Kosten von maximal 30 000 Euro. Die Förderung kann durch verschiedene Boni auf maximal 70 Prozent gesteigert werden, etwa bei alten Gasheizungen oder geringem Haushaltseinkommen. Bei Mehrfamilienhäusern können höhere Kosten gefördert werden. Die Beantragung von Heizungsförderung und Ergänzungskrediten erfolgt über die KfW (www.kfw.de/heizung).

Im Betrieb arbeiten Wärmepumpen sehr effizient: Aus einer kWh Strom entstehen typischerweise drei bis vier kWh Wärme. Die laufenden Energiekosten sinken spürbar. Typische Amortisationszeiten liegen bei etwa zehn bis 15 Jahren, abhängig von Gebäudezustand, Strom- und Wärmepreisen sowie dem Anteil selbst erzeugten Solarstroms.

Das städtische Umweltamt hat die KLiBA, Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg–Rhein-Neckar-Kreis mit der gebäudespezifischen Beratung zum Umstieg auf Wärmepumpen außerhalb der Fernwärmegebiete beauftragt. Der Eigenanteil für Hauseigentümer beträgt 30 Euro. Die Anmeldung zum Wärmepumpen-Check erfolgt per E-Mail an wp-check@kliba-heidelberg.de. Weitere Informationen sind online unter www.heidelberg.de/waerme und www.kliba-heidelberg.de abrufbar. Für die Umsetzung des Heizungstauschs können Fachbetriebe über die SHK-Innung gefunden werden (www.shk-heidelberg.de).

Allgemeine Informationen zur Fernwärme bieten die Stadtwerke Heidelberg auf ihrer Webseite www.swhd.de/ fernwaerme-verfuegbarkeit.

 RNZ, Heidelberger Nachrichten, 27.10.25