Das erste umfassend sanierte Mietshaus, Baujahr 1953, dient bereits jetzt als anschauliches Vorher- Nachher-Beispiel im Vergleich zu noch nicht sanierten Gebäuden im Quartier. Foto Andreas Wagner
Wie energetische Sanierung gelingt – Mehrfamilienhaus der Baugenossenschaft Eberbach zum Nachmachen
Heidelberg/Eberbach, 1. Oktober 2025. Energetische Sanierung ist ein Gewinn für alle: sie spart Energiekosten, reduziert CO2-Emissionen und steigert den Wohnkomfort. Besonders bei Mehrfamilienhäusern, die oft dreimal mehr Energie verbrauchen als Neubauten, lohnt sich Modernisierung allemal. Wie das konkret aussehen kann, zeigte die Baugenossenschaft Eberbach eG während der Aktionstage „GUT SANIERT?! ANSEHEN!“ der KLiBA (Klimaschutz- und Energie-Beratungsagentur Heidelberg – Rhein-Neckar-Kreis) in Zusammenarbeit mit der Stadt Eberbach.
Vom Altbau aus den 1950er zum Niedrigenergiehaus: Ein Quartier macht es vor
Die Modernisierung des Quartiers König-Heinrich-Straße/Burgweg in Eberbach begann 2024 – sieben Gebäude mit insgesamt 44 Wohnungen auf rund 2.200 m² Wohnfläche. Das Anfang der 1950 Jahre errichtete Quartier ist wie viele andere Gebäude aus der Zeit mit den typischen Herausforderungen und Altersspuren konfrontiert – wegen veralteter Haustechnik, keinem Wärmeschutz und dadurch hohen Energieverlusten stand energetisch und optisch ein großes Update an.
Das erste von Grund auf sanierte Haus, Baujahr 1953, dient bereits jetzt als anschauliches Vorher- Nachher-Beispiel im Vergleich zu noch nicht sanierten Gebäuden im Quartier. „Mit der vollständigen energetischen Sanierung sind wir für die Zukunft gerüstet: Der Endenergiebedarf von 38 kWh/m² entspricht der Effizienzklasse A, einem Neubaustandard beim Mehrfamilienhaus und unsere Mieterinnen und Mieter profitieren von optimalem Wohnklima zu planbaren Kosten für das Heizen“, sagt Peter Knapp, Vorstand der Baugenossenschaft Eberbach. Sein Kollege Lothar Jost ergänzt: „Dieses Haus wird voraussichtlich das erste im Quartier, das komplett fossilfrei und mit erneuerbaren Energie versorgt wird. Der Heizungsverbrauch sinkt deutlich – und damit auch die CO2-Emissionen“.

Was wurde gemacht?
Die Sanierung umfasste neue Fenster und Fassadendämmung, energetisch optimiertes Dach mit Dämmung und Photovoltaik sowie Kellerdeckendämmung. Beheizung und Warmwasser werden über zwei Wärmepumpen realisiert, teils mit selbst erzeugtem Strom von der PV-Anlage. „Durch verschiedene Maßnahmen an der Gebäudehülle und der Heizungstechnik erwarten wir, dass der Heizenergieverbrauch deutlich gesenkt werden wird“, ist Lothar Jost überzeugt.
Peter Knapp, Lothar Jost, Energieberater Jörg Mechler und Klimaschutzmanager der Stadt Eberbach, Anton Fleischmann, berichteten offen über Herausforderungen und Erfolge. Stefanie Damblon von der KLiBA-Energieberaterin nutzte die Aktion um Einblicke in Umsetzung und Kosten der Maßnahmen zu gewinnen.
Und was ist mit den Bewohnerinnen und Bewohner des sanierten Hauses? Nach der Modernisierung genießen sie den Komfort von Neubauwohnungen – mit hoher Energieeffizienz und bestem Wohnklima. Das Projekt zeigt: Energetische Sanierung ist machbar und lohnt sich,
Klimaschutz zum Mitmachen
Die Aktionstage „GUT SANIERT?!“ machten deutlich: Energetische Sanierung ist kein Hexenwerk. Sie lohnt sich für Umwelt, Geldbeutel und Lebensqualität. Individuelle Lösungen gibt es für jedes Haus – ob denkmalgeschützt oder aus den 1950er bis 1080er Jahren.
Alle Gebäudesteckbriefe der beteiligten Familienhäuser finden Sie unter www.kliba-heidelberg.de.
Kontakt für Rückfragen:
Kerstin Stolz, Energieberaterin der KLiBA, Tel.: 06221 99875-0, effizientsaniert@kliba-heidelberg.de
Anton Fleischmann, Energie- und Klimaschutzmanager der Stadt Eberbach, Tel.: 06271 87-209, Anton.Fleischmann@eberbach.de
